Zusammen mit dem Bezirkslandfrauenverein Rotenburg sorgten die Asmushäuserinnen für ein tolles Kuchenbüfett: Damit war die Grundlage für gute Gespräche und ein vom Eisenbahnorchester Bebra begleitetes, gemütliches Beisammensein geschaffen. Fotos:  Apel

Asmushausen. Beim Säen und Ernten, beim Kaufen und Verbrauchen sollte man das Denken und das Danken nicht vergessen. Diese Erkenntnis stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes, mit dem das in Asmushausen erstmals gefeierte Kreiserntedankfest eröffnet wurde.

Bis auf den letzten Platz besetzt war das beheizte Festzelt, als die von Igor Karassik dirigierten Bläser des Posaunenchors Bebra/Solz das knapp zweistündige offizielle Zusammensein einleiteten. Sowohl Dekanin Gisela Strohriegl als auch Kreisbauernverbandsvorsitzender Friedhelm Diegel und Landrat Dr. Michael Koch dankten den Asmushäusern für ihre Gastfreundschaft. Koch erinnerte darüber hinaus an die nach den beiden Weltkriegen herrschende Not. Demgegenüber lebe man in Deutschland heute in einer Überflussgesellschaft, in der es fast schon normal sei, dass elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden.

Das war auch Thema der von den Pfarrern Carsten Köthe und Martin Schacht gehaltenen Dialog-Predigt, in der sie das Danken als eigentlich völlig selbstverständliches „Atmen der Seele“ bezeichneten. Recht schnell vertauschten sie ihren Talar allerdings mit Kochmütze und -schürze, um beim Kartoffelsuppekochen in amüsanter Form zu erörtern, was die Landwirte das Jahr über bewegt hat und was man sich auch als Verbraucher vor Augen halten sollte: dass im Frühjahr zu wenig Gras gewachsen ist, dass der Milch- und der Schweinepreis immer neue Tiefststände erreicht hat, dass Familien in Existenznot geraten sind.

Das Erntedankfest sei aber auch Freudenfest, das den Hunger von Leib und Seele stillen solle, betonten die beiden Geistlichen, die von Gemeindemitgliedern und Vertretern des Kreisbauernverbandes, der Landfrauen und der Landjugend unterstützt wurden. Gemeinsam baten sie darum, dass genügend Nahrungsmittel zur Verfügung stehen und gerecht verteilt werden und der Mut aufgebracht wird, um die Schöpfung auch für zukünftige Generationen zu bewahren.

Für ausgezeichnete musikalische Umrahmung sorgten neben dem Posaunenchor Bebra/Solz der vom Saxofonisten Thomas Heid unterstützte Projektchor und der Flötenkreis des Jubiläumsdorfes. Die Asmushäuser mit Ortsvorsteher Richard Berge versorgten die Besucher vorbildlich mit Kartoffelsuppe, -salat und -wurst. Beim von der Landjugend am Computer ermittelten „Erntekönig 2015“ konnten sich Simon Kirchner, Micha Sandrock und André Schäfer durchsetzen. Sie mussten am Landwirtschaftssimulator auf Zeit ernten.

Von Wilfried Apel