Unterhaltsames Frühstück für Frauen fand am 27. Februar im Hotel am Kurpark in Bad Hersfeld statt

Unterhaltsam:

Kabarettistin Heidi Friedrich thematisierte bei ihrem Auftritt den Pflege-Notstand

Neue Ideen kommen gut an

Der Bezirkslandfrauenverein Bad Hersfeld hatte in das Hotel am Kurpark eingeladen. Über 190 Frauen hatten sich eingefunden, um gemeinsam zu frühstücken und sich auszutauschen. Die seit 2012 wirkende Vorsitzende Brigitte Weitz aus Heimboldshausen hatte sich seinerzeit vorgenommen, etwas frischen Wind in die Verbindung zu bringen. Heute freut sie sich über ihren Erfolg.

Stolze Vorsitzende

Ihre neuen Ideen seien auch in den kleinsten Ortsverbänden gut angekommen. Sie versuche eben eine gute Mischung zum Beispiel in das Vortragsangebot zu bekommen, denn da müsse man aufpassen; zu gern würden auch mal Verkaufsveranstalter in diese Kreise vordringen. „Es macht mich stolz, zu sehen, was gemacht wird“, sagt sie. Überaus wichtig sei ihr auch die schöne aktive Gemeinschaft, die insgesamt herrsche. Es werde sich umeinander gekümmert und jeder Einzelne in seiner Person gestärkt.

Nach der Begrüßung schilderte Landrat Dr. Michael Koch kurz seinen beruflichen Werdegang und die gegenwärtige politische Situation des Landkreises, hatte aber trotz seines übervollen Terminkalenders, der ihn schon längst an einen anderen Ort beordert hätte, auch noch ein offenes Ohr für die vielen Fragen, die aus den Reihen der Landfrauen an ihn gerichtet wurden.

Ein Höhepunkt des Vormittags war Heidi Friedrich. Die Vollblut-Kabarettistin aus Bamberg beschwor das finstere Szenario des in 20 Jahren unweigerlich einsetzenden Pflegenotstands herauf, in dessen Folge Horden von Senioren auf ihren Rollatoren protestierend das Kanzleramt in Berlin stürmen und warnte vor Rentnern auf frisierten E-Bikes, „deren Akkus auch nicht ewig halten“, was gerade in bergigen Gegenden ausgesprochen tückisch sei. Sehr zur Belustigung aller ließ sie sich aus über biometrische Fotos, die sie aussehen lassen, als habe sie drei Monate Geiselhaft im kolumbianischen Dschungel hinter sich und stellte resignierend fest, dass – und „Omma“ hatte das schon immer gesagt –, früher eben alles besser war. So sei sie jetzt zum Beispiel so um die 50. Früher habe man sie vor dem Röntgen gefragt, ob sie schwanger sei; heute wolle man wissen, ob sie alle Prothesen abgelegt habe.

Froh sei sie, dass es nun diese sozialen Netzwerke gebe. Ihr Sohn Philipp habe Geburtstag, „Liebelein“ habe sie aber nicht eingeladen. Und deswegen habe sie all ihre 5000 Facebook-Freunde zu ihm geschickt.

 

Für die Landfrauen blieb zwischen den Pointen kaum Zeit zum Luftholen, und mit begeistertem Applaus verabschiedete man die Künstlerin.

 

In den Pausen verzauberte Claudia Uecker aus Haunetal Kruspis mit zarten Harfenklängen die Gäste und sorgte so für einen wunderschönen musikalischen Rahmen.

 

Von Elfriede Jeuthner

Heidi Friedrich Homepage

 

Schwindelfrei

Mit ihrem aktuellen Kabarettprogramm beschert  Ihnen die  Kommödiantin Heidi Friedrich zwei Stunden beste Unterhaltung mit Echtheitsgarantie, auch wenn manche Texte den Verdacht auf Trunkenheit am Stift erwecken.

Die Realität ist immer für eine Überraschung gut, obwohl man es kaum glauben kann.

Kühlschränke, die Verfallsdaten per SMS auf Ihr Handy schicken. 

Geschenketische für Kindergeburtstage bei Toys r us. Sägespäne statt Erdbeeren im Joghurt, die uns als natürliche Aromastoffe und wir für dumm verkauft werden. 

Politiker, die ihre Worte von heute gestern selbst nicht geglaubt hätten.

Sie lügen? Nein, sie beherrschen nur den flexiblen Standpunktwechsel. 

Instant Meinungen- leicht löslich, aber für viele schwer verdaulich.

Schwindelfrei-na ja, in der Theorie. In der Praxis wird für Heidi Friedrich so manche Bühnenhöhe zu einer echten Herausforderung. Sie regt sich auf und bleibt dabei noch gut gelaunt. Ihre Pointen sitzen und wenn die Fränkin mit rheinischem Migrationshintergrund mal ein paar Schweigeminuten einlegt, dann nur, um mit fast schon gesundheitsgefährdend temperamentvollen Tanzeinlagen über die Bühne zu wirbeln-respektlos, rüstig, rezeptfrei.