Eine gelungene Veranstaltung. Kurzweiliges Programm mit Begrüßungseinlagen der Ehrengäste. Unsere Präsidentin Hildegard Schuster brachte mit ihrer Wortgewandtheit den Ministerpräsidenten Volker Bouffier fast in Verlegenheit. Er konterte aber geschickt zurück. Die Gastrednerinn Bärbel Schäfer kreierte den Ausdruck heute schon „geschustert“? Somit hatte sie die volle Sympathie der Landfrauen auf ihrer Seite. Ihr Festvortrag „Was fühlst Du“ passte voll in das Konzept der Veranstaltung. Für das Rahmenprogramm sorgten die Tanzgruppen der Landfrauenvereine Oedelsheim und Trendelburg. Die Singspielgruppe Obermeiser des Landfrauenvereins Zwergen hatten einen fulminanten Auftritt unter dem Titel “Unser Hessenland”. Nun hatte jeder Zeit sich in Hofgeismar umzusehen. Natürlich standen die Hessentagsstraße und das Ausstellungsgelände im Vordergrund. Natur auf der Spur ist jedes Jahr ein Anziehungspunkt. Dort sind die Landfrauen kreativ. „Mehr als nur ein Kraut“! Dieses hatten sich die BezirksLandfrauen aus Hofgeismar in diesem Jahr ausgesucht. Wie vielfältig Kräuter sind, vermittelten sie anschaulich. Auch Unkräuter sind genießbar.  64 Landfrauen aus dem Bezirk Bad Hersfeld hatten bei Sonnenschein einen schönen Tag. 

 Das Fest der LandFrauen 2015:

Heute schon „geschustert“?


Mit einem überraschten „Wow!“ kommentierte Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth, was sich Augen und Ohren am Landfrauentag zum Hessentag in Hofgeismar bot.              mehr…

Artikel aus dem Hessenbauer
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pRESSESTELLE 3.6.15

Hessische Staatskanzlei

Fast 3.000 Teilnehmer-innen beim Landfrauentag in Hofgeismar

Beim Landfrauentag des Hessischen Landesverbandes hat Ministerpräsident Volker Bouffier heute fast 3.000 Landfrauen auf dem Hessentag begrüßt und ihren Einsatz gewürdigt. „Die Landfrauen gehören zu unserem Landesfest und zu unserem Land. Sie stehen für ein lebendiges und gleichberechtigtes Miteinander von Jung und Alt, von Frau und Mann, für ein gutes Leben auf dem Land ebenso wie in der Stadt. Sie schaffen Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt zwischen den Menschen in Hessen und halten unsere Traditionen lebendig“, sagte der Ministerpräsident heute in Hofgeismar.

„Orientierung bieten und Gemeinschaft zusammenhalten“

Der Hessische Regierungschef betonte in seiner Rede die Bedeutung von Zusammenhalt und Heimat in einer Zeit, in der die Gegensätze und Unterschiede größer zu werden scheinen: „Nur im Miteinander und nicht im Gegeneinander werden wir die Herausforderungen der Gegenwart meistern und unsere Zukunft erfolgreich gestalten.“ Die Aufgaben, welchen sich die 1898 entstandene Landfrauenbewegung heute stelle, seien ebenso groß wie damals: „Gerade in einer Zeit des rasanten Wandels ist es unverzichtbar, dass es Vereine und Verbände, Institutionen und einzelne Menschen gibt, die Orientierung bieten und eine Gemeinschaft zusammenhalten. Die Landfrauen sind hierfür ein hervorragendes Beispiel“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

Der Landfrauentag ist eine feste Größe beim Hessentag und ein willkommenes Forum für den Austausch der Landfrauen untereinander sowie mit Besucherinnen und Besuchern und der Landesregierung. Auch die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich, nahm in diesem Jahr teil und hielt eine Rede zum Thema „TTIP: Chance für Wirtschaft und Gesellschaft“. Ministerpräsident Volker Bouffier hob hervor, dass die Landfrauen ein wichtiges Bindeglied darstellen und sicherte ihnen seine Unterstützung für ihre Arbeit zu: „Sie reden mit, und Sie gestalten mit. Sie suchen den Dialog – mit den Menschen vor Ort und mit der Politik. Wir brauchen Sie als unüberhörbare Stimme – für die Interessen der Frauen, für die Interessen der Menschen auf dem Land. Und Sie können sicher sein, die Landesregierung wird Ihre Arbeit auch weiterhin nach Kräften unterstützen“, sagte der Regierungschef heute in Hofgeismar.

Applaus für die Gastgeber: Die Hofgeismarer Landfrauen ziehen ins Festzelt ein. © Gehlen

Landfrauen prangerten beim Hessentag               politische Missstände an

Die hessischen Landfrauen lassen sich nicht auf gesellige Treffen bei Kaffee und Kuchen reduzieren, sie sind auch politisch eine Macht, die sich einmischt.

Das zeigte der Landfrauentag während des Hessentags in Hofgeismar. Vor über 2000 Landfrauen mussten sich Landes- und Kommunalpolitiker heftige Kritik anhören.

Das Freihandelsabkommen TTIP, geringe Geburtenraten, fehlende Anerkennung für das Ehrenamt - die Landfrauen sprachen kontroverse Themen an und richteten sich direkt an die Politiker im Festzelt. Manchem verschlug es da die Sprache: „Wow“, entfuhr es Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth, als er auf der Bühne stand. Und das Hessentagspaar erklärte: „So eine Stimmung wie hier hatten wir noch nie.“

„Kaffee und Kuchen können wir auch, aber das kommt später“, sagte Hildegard Schuster, Präsidentin der Hessischen Landfrauen. Stattdessen widmete sie sich dem transatlantischen Freihandelabkommen TTIP aus der Perspektive heimischer Produzenten: „Es gibt bereits einheitliche Vermarktungsnormen, da braucht man nichts Neues.“ Die deutschen und europäischen Standards seien gut und „nicht für die Tonne.“ Kritisch beobachteten die Landfrauen auch Entwicklungen wie die Pläne des Kasseler Düngemittelherstellers K+S für eine Salzpipeline und das Thema Fracking. Schlagfertig reagierte Ministerpräsident Volker Bouffier. So fragte Schuster ihn, was er gegen die niedrige Geburtenrate tue. „Das ist angesichts von 3000 Frauen hier eine Herausforderung, die ich gar nicht erfüllen kann“, sagte Bouffier und sorgte für minutenlanges Gelächter. Da müsse Hessen mehr machen, das könne er allein nicht.

HNA 3.6.2015 *Gehlen