Mitreden, mitmachen, miteinander die Zukunft gestalten

 

 

 

Bezirksvorstände tagten

im Westerwald

 

 

 

Gratulation für runde und halbrunde Geburtstage

 

Strategien für die zukünftige Arbeit zu entwickeln, stand im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung der Bezirkslandfrauenvereine des Landfrauenverbandes Hessen (LFV). Die Vertreterinnen der Bezirksvorstände trafen sich Anfang April in Rehe im Westerwald, nahe der diesjährigen Hessentagsstadt Herborn.

Trainerin der Andreas-Hermes-Akademie, knüpften die Führungskräfte der Bezirksvereine an die Arbeit des Vorjahres an. Wer Zukunft gestalten will, müsse die gegenwärtige gesellschaftliche Struktur zur Kenntnis nehmen und von ihr ausgehen, führte Claudia Jennewein aus. Um die zukünftige Arbeit zu gestalten, gelte es, den eigenen Standort vor dem Hintergrund der aktuellen Trends und Bedürfnisse, der vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen, dem Wertewandel der letzten 50 Jahre und nicht zuletzt der Entwicklung der Altersstruktur der Gesellschaft zu bestimmen.

Landfrauen und ihre Themen liegen im Trend, waren sich die Teilnehmerinnen einig. Intensiv diskutierten sie, warum es trotzdem nicht besser gelingt, neue Zielgruppen anzusprechen. Landfrauen müssen sich und was sie tun besser „verkaufen“. „Das Heu muss der Kuh schmecken, nicht dem Bauern“, stellte Claudia Jennewein fest. Für ein neues verändertes Image sei es wichtig, nicht aufzuzählen, was Landfrauen alles tun und anbieten, sondern Mehrwerte wie Vertrauen und Gemeinschaft, Charisma, Ausstrahlung und Emotionen einzubringen. Dies müsse sich auch in der öffentlichen Darstellung der Landfrauen und ihrer Arbeit niederschlagen. Sie müsse mit weniger Text und mehr Bildern, die die Emotionen der Betrachter ansprechen, arbeiten. Lauter müsse sie sein, weniger brav und bieder oder auch, um mit Pippi Langstrumpf zu sprechen: „Seid frech und wild und wunderbar!“

Um Informationen schnell und gezielt weitergeben und verbreiten zu können, sei eine gute Kommunikation wichtig, sowohl untereinander als auch mit der Öffentlichkeit. Dazu könnten und müssten die neuen Medien und die sozialen Netzwerke genutzt werden. Eine wichtige Voraussetzung sei die Vernetzung untereinander, sie müsse vorangetrieben werden. Dazu könne man sich vor Ort Hilfe suchen bei Mitgliedern, die besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten haben, aber auch außerhalb des Vereins, bei Bekannten im Dorf oder in der näheren Umgebung. Dies sei nicht nur hilfreich beim Umgang mit den neuen Medien, sondern auch bei vielen anderen Aktivitäten.

Wie es gelingen kann, das Leben vor Ort zu gestalten, war ein weiterer Aspekt des Strategieworkshops. An vielen Beispielen aus der Arbeit der Vereine zeigte sich: Ob es um die Integration von Flüchtlingen geht oder um die Infrastruktur in den ländlichen Regionen, ob es um Müllgebühren oder ein gemeinsames Projekt im Dorf geht, sich einzumischen, mitzureden und mitzubestimmen, ist immer gesellschaftspolitisches Engagement und lohnt sich. Und auch so könne das Image verändert werden. „Hingehen, breit machen und gesehen werden!“, fasste eine Teilnehmerin zusammen.

Aktuelle Informationen aus dem Landesverband rundeten das arbeitsreiche Programm ab, das aber auch für viele fruchtbare Gespräche und den Austausch untereinander Raum ließ.

LFV – LW 16/2016

Miteinander erreichen wir mehr

Weihnachtsbrief 2015 der Präsidentin des LFV Hessen

 

Liebe Landfrauen,

ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Miteinander haben wir manche Schwierigkeiten gut gemeistert und schöne Feste miteinander gefeiert. Sie alle haben dazu beigetragen, dass dies gelungen ist.

Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert von unserer bunten, fröhlichen Landfrauengemeinschaft. Es ist wunderbar, zu erfahren und zu sehen, was Frauen mit viel Herzblut erreichen können, wenn sie selbstbestimmt etwas in die Hand nehmen. Ehrenamtliche Tätigkeit kann viel bewirken für alle, ehrenamtliche Tätigkeit ist aber auch eine Bereicherung und bringt Gewinn für das eigene Leben. Wir können stolz sein auf unseren Verband.

Für Ihren Einsatz und für Ihre Arbeit in unserem Verband – ganz gleich an welcher Stelle – möchte ich Ihnen allen herzlich danken.

Auch im neuen Jahr warten auf uns große Herausforderungen. Und nur miteinander werden wir sie meistern!

Eine Herausforderung des neuen Jahres ist es, mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der landwirtschaftlichen Betriebe beizutragen. Sie hat sich im zu Ende gehenden Jahr massiv verschlechtert. Ein Rückgang der Erlöse von bis zu 30 Prozent und mehr ist festzustellen.

Wir Landfrauen wissen, dass unsere landwirtschaftlichen Betriebe die Ernährung unserer Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln sichern. Mehr denn je sind wir daher gefordert, zu tun, was wir auch in der Vergangenheit schon immer getan haben: Verbraucherinnen und Verbraucher über unsere hochwertigen Lebensmittel und wie sie angebaut werden zu informieren. Denn, so meine ich, die Verbraucherinnen und Verbraucher haben hier eine besondere Verantwortung: Mit ihrer Kaufentscheidung tragen sie ganz entscheidend dazu bei, welche Erlöse für die Lebensmittel erzielt werden. Als Verband, dem sowohl Erzeugerinnen als auch Verbraucherinnen angehören, haben wir dazu eine einzigartige Möglichkeit. Wenn wir es nicht tun, wer sollte es dann tun? Wir Landfrauen sind Botschafterinnen für Lebensmittel, die hochwertigen Erzeugnisse unserer Landwirtschaft!

Gemeinsame Interessensvertretung

Sie, liebe Bäuerinnen, laden wir im neuen Jahr ein zum Mitmachen, Mitreden und Miteinander mehr erreichen! Nutzen Sie die Möglichkeiten zur Fortbildung, die wir Ihnen bieten! Bringen Sie sich mit Ihren Anliegen und Anregungen in den Gesprächsrunden ein, damit wir Ihre Interessen vertreten können. Wir setzen uns in den politischen Gremien und in der Öffentlichkeit für Ihre Belange ein und weisen auf die fehlende gesellschaftliche Anerkennung Ihrer Arbeit hin. Unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre Mitgliedschaft und Ihr Mitwirken in unserem Verband!  Die größte Herausforderung im nächsten, aber auch in den folgenden Jahren ist die große Zahl der Menschen, die vor Verfolgung und Gewalt in ihrer Heimat geflohen sind und hier bei uns auf eine neue Zukunft hoffen.

 

Gegenseitiger Respekt

Flüchtlinge und Vertriebene haben schon immer Zuflucht bei uns gefunden. Auch wenn bei vielen Ängste aufkommen, auch wenn wir alle wissen, dass die weitere Hilfe anstrengend wird, ich bin sicher: Auf der Grundlage unserer freiheitlich demokratische Grundordnung ist unsere Gesellschaft stark genug, auch heute fremde Menschen aufzunehmen.

Und auch hier gilt, wenn wir uns bei dieser lawinenartigen gesellschaftlichen Herausforderung vor Ort nicht einbringen, wer dann? Bieten nicht gerade unsere Landfrauenvereine zugezogenen Frauen einen Zugang zur örtlichen Gemeinschaft? Seit der Gründung unserer Bewegung vor über 100 Jahren machen wir Landfrauen uns stark für Mädchen und Frauen, für Familien auf dem Land und in der Stadt und setzen uns für chancengerechte Lebensbedingungen ein. Wir müssen uns auch für chancengerechte Lebensbedingungen für diejenigen einsetzen, die bei uns Zuflucht suchen. Es wird nur miteinander gelingen, Hand in Hand!

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen einige Menschen Mauern, andere Windmühlen“, sagt ein chinesisches Sprichwort. Ich bitte Sie herzlich: Lassen Sie uns Windmühlen bauen, das heißt offen sein im Umgang, in der Begegnung mit anderen Menschen, ihnen Respekt und Anerkennung entgegenbringen, lassen Sie uns anpacken und Verantwortung übernehmen bei den alltäglichen Hilfen vor Ort!

Und nicht zuletzt ist und bleibt es eine Herausforderung, unseren Verband zukunftsfähig zu machen. Es gilt, der Öffentlichkeit zu zeigen, wer wir Landfrauen sind, was wir tun und für was wir uns einsetzen, wo wir Verantwortung übernehmen. Neue Mitstreiterinnen zu gewinnen, ist eine ebenso wichtige Aufgabe wie Freunde und Unterstützer für unsere Arbeit zu finden. Lassen Sie uns allen zeigen, wo wir „mitmachen, mitreden, miteinander mehr erreichen!“ Und lassen Sie uns in unserem Verband die Strukturen – in der Organisation und in der Kommunikation – schaffen, dass es auch gelingt. Und vor allem: Lassen Sie uns durch einen guten Umgang miteinander dafür sorgen, dass wir Freude haben in und an unserer großen Gemeinschaft!

Viele von uns haben sich für das neue Jahr etwas Besonderes vorgenommen. Die Liste der guten Vorsätze ist am Jahresanfang lang. Wir wissen nur allzu gut, dass mancher Vorsatz bereits am 3. Januar vergessen ist. Da tut es gut, dass wir im Rückblick erkennen, dass trotz alledem viele Vorsätze und Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnten, und das wird uns gemeinsam auch 2016 gelingen.

Auf unsere gemeinsame Arbeit, auf Gespräche und viele Begegnungen freue ich mich: Wir sind die Landfrauen und darauf können wir auch stolz sein!

Ihnen allen und Ihren Familie wünsche ich eine schöne Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr!

 

Ihre Präsidentin Hildegard Schuster – LW 52/2015